Markus
Downey ist bei der Firma Lufthansa Technik in Hamburg.
Hallo Dr. Grandin,
Ich hoffe diese Email findet Sie in guter Gesundheit und bei
bester Laune.
Gibt es Neues von der URI?
Mir geht es hier in Hamburg so weit gut, obwohl ich noch nicht
viel von der Stadt gesehen habe. Was mir sehr vertraut ist, ist
der Weg von meinem Wohnheim Kiwittsmoor, kurz auch Kiwi genannt,
zur Lufthansa Werft. Es ist von Kiwi aus nur etwas eine halbe
Stunde bis zur Werft, erst mit der U-Bahn und dann mit dem Bus.
Die Monatskarte wird sich schon bald mehr als bezahlt machen.
Das Nahverkehrsnetz in Hamburg ist sehr gut. Obwohl ich am
nördlichsten Rand von Hamburg wohnen bin ich in 35 Minuten am
Hauptbahnhof, der sich weit im Süden befindet. Es ist noch
naßkalt hier in Hamburg und ich will warten bis es wärmer wird
und es länger hell bleibt.
Aber nun zum eigentlichen Teil des Schreibens: Was macht Markus
denn bei Lufthansa Technik (LHT)? Ich arbeite für eine
Abteilung, die sich HAM TQ 23 nennt. Wir machen
Wareneingangskontrollen und Schadensanalysen, sowie andere auf
Material bezogene Dinge. Momentan arbeite ich an zwei Projekten.
Das Erste ist eine Weiterführung eines Projektes, das ein
vorheriger Praktikant nicht fertigstellen konnte. Es geht im
wesentlichen um Klebesysteme, die vor allem im Bereich der
Triebwerke benutzt werden. Ein Klebesystem besteht aus einem
Primer, der auf das Material gespritzt wird und einer
Klebefolie, die nach dem Aufkleben bei etwa 200 Grad Celsius
ausgehärtet wird. Das Projekt untersucht das Verhalten eines
Klebesystems unter Veränderung verschiedenen Parameter, wie zum
Beispiel Auslagerungszeit und Temperatur. Jeden Morgen bin ich
in der Kunststoffwerkstatt und klebe die Proben zusammen. Die
Proben werden dann im Laufe des Tages in einer Presse
ausgehärtet. Danach werden sie je nach Versuch im Ofen
ausgelagert. Es ist sehr interesant mal mit meinen Händen zu
arbeiten. Nur schade daß die Proben nachher beim Prüfen zerstört
werden. Der andere Praktikant hat schon an einem anderen
Klebesystem diese Versuche durchgeführt und wir sind auf die
Ergebnisse gespannt.
Das andere Projekt befaßt sich mit den Farben für den Innenraum
des Flugzeuges, den Interiörlacken. Es gibt im Moment nur eine
Firma, die Interiörlacke liefert und LHT bemüht sich darum
Alternativen zu finden. Verschiede Lackhersteller haben
Informationen über ihre Produkte zu uns geschickt und wir werten
nun aus welche für uns in Frage kommen. Dann werden die Lacke
die wir ausgesucht haben verschiedenen Prüfungen unterzogen, um
ein Urteil über die Qualität zu fällen. Die Prüfungen werden
fast ausschließlich von außenstehenden Firmen durchgeführt, also
ist meine Arbeit rein organisatorisch, was auch sein muß.
Außerdem mache ich noch vieles Andere was bei TQ 23 anfällt.
Freitag habe ich Proben für mikroskopische Untersuchungen
geschliffen und poliert. Es erfordert sehr viel Übung, die
Proben gut hinzu bekommen. Die Proben waren ok, aber ich muß
noch üben. Also für dieses mal mache ich mal Schluß. Machen sie
es gut. Bis zum nächsten Mal. Und da es bei Ihnen Mittag ist:
Mahlzeit.
Markus
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