John
Colwell arbeitet bei Hilti in Kaufering.
Vierter Bericht
Letztes Wochenende habe ich mein Leben fast verloren. Ich glaube
es war niemals mehr möglich zu passieren als an diesem Wochenende. Ich bin
mit einem Freund, der in der Schweiz studiert, in die Alpen wandern
gegangen. Wir sind nicht besonders geübte Wanderer, aber ich habe es ein
paar mal gemacht und ich habe viele Wandersachen, wie zum Beispiel ein
Zelt, Wanderofen, ein Wasserreiniger usw. Vor zwei Jahren bin ich im
Shenendoah Valley in Virginia für eine Woche wandern gegangen und dachte,
ich wußte, was ich brauchte. Wir haben nicht mit der deutschen
Wanderwegkarte gerechnet.
Also was ist passiert? Ich hatte Freitag frei, Donnerstag war ein
Feiertag und für Hilti, falls ein Donnerstag oder ein Dienstag ein Feiertag
ist, kriegt man den Freitag oder Montag frei. Ich habe um 20 Uhr Bob in
Füssen, der Stadt in der Nähe von Neuschwanstein, getroffen und wir sind
zu einem Landschaftsschutzgebiet gelaufen, um Camp zu machen. Ich habe das
Zelt nicht mitgebracht wegen das Gewicht, sondern zwei Abdeckungen (tarps),
die wir unter und über uns gespannt haben. Genau als wir fertig damit
waren, ist ein Auto neben unseren Verstecksort gefahren. Es hat die
Scheinwerfern aufgeblendet, während es fuhr und hat dann genau neben uns
gehalten. Wir haben uns gut versteckt. Man darf nicht in
Landschutzgebieten zelten, und nach 10 oder 15 Minuten ist es weggefahren.
10 Minuten später ist es noch mal passiert, aber dieses mal von der andere
Richtung und mit Scheinwerfern direkt auf uns gerichtet. Vielleicht hat er
uns nicht gesehen. Unsere Abdeckungen waren grün und auf der gleichen
Höhe wie die Blätter, aber was wirklich seltsam ist, ist dass die ganze
Zeit, dass es gefahren ist, hat es die Scheinwerfern nicht an gemacht. Nur
als er direkt vor uns war. Noch etwas, er hat niemals die Tür geöffnet.
Wenn es ein Landschaftsschutzgebietwächer wäre, hätte er dann nicht nach
uns gesucht? Oder etwas gesagt? Wir dachten er könnte jemand sein, der
Drogen verkaufen wollte. Was auch immer, er ist weggefahren und wir
konnten in Ruhe schlafen.
Wir haben um 7:30 angefangen zu laufen und sind bis 8:30 über
Berge gelaufen. Wir haben 3 Gipfel erreicht, aber jetzt erkläre ich die
Lebensgefahr. Es gibt auf den Karten, die wir hatten, verschiedene Typen
von Wanderwegen. Einfache Wege sind mit einer roten Linie gezeichnet und
nicht so einfache mit einer gestrichelten Linie. Die rote Punkte Linie
sind erklärt auf der Karte mit “für teilweise geübte". Und es gibt Wege,
die waren noch schwieriger - sie sind Kletterwegen. Also, wir haben
entschieden, einen die “für teilweise geübte" zu versuchen.
Dieser Weg, war einfach schrecklich. Wir mussten zwischen zwei
großen Felsen auf einem 30 cm breiten Weg mit unsere 40-50 lb. Rucksäcken
laufen, mit einem großen Fall zu beiden Seiten. Und das war nur der Anfang.
Einmal mussten wir ein Stahlkabel halten, unseren rechten Fuß um eine
Felswand schwingen und auf ein 70° Felsgesicht setzen. Dann mussten wir
unsere Körper und Rucksäcke rund schwingen und Platz für den anderen Fuß
finden. Zuletzt mussten wir klettern, Hand über Hand bis wir zurück auf
ebener Erde waren. Es war völlig verrückt. Unter uns war ein Fall zu
unserem Tode. Aber wir haben es geschafft, wir leben noch, und haben die
Alpen besiegt.
Später, nach der Felswand, haben wir eine Gams gesehen auf dieser
Felswand vor der wir so viele Angst hatten. Er hat einfach da gestanden,
als ob es gar nichts wäre. Auf diesem geübten Weg waren Geißen, also ich
bin froh dass wir es gemacht haben, aber niemals, niemals! mache ich so
etwas noch mal.
Am nächsten Tag sind wir nicht so weit gelaufen, wir haben einen
falschen Weg genommen, und haben entschieden, mit dem Bus zur nächsten
Stadt zu fahren und danach mit dem Zug zu Hause. Und das war es, meine
Wanderreise, ich hoffe es war interessant.
Gruß,
~john colwell
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