Josh
May ist bei der Firma Hilti in Liechtenstein.
Sehr geehrte Frau Kirchner
Der Tag ist fast zum Ende, und alle sind schon nach Hause
gefahren („abgehaut“ wenn ich Umgangssprache verwenden dürfte).
Ich sitze immer noch vor dem Schreibtisch, hab‘ schon einige
Emails geantwortet, und jetzt fang ich mal an Ihnen den zweiten
Bericht zu schreiben. Meine Hoffnung ist dass alles Ihnen
in Rhode Island gut geht, und dass das Wetter schön ist.
Heute in Liechtenstein gibt’s den Föhn, einen Typ vom Wind dem
alles klar und warm macht. In der Früh habe ich nur einen
Pullover angezogen, und das reicht für mich warm zu haben. Ich
fahre mit dem Rad eben, und tatsächlich nur mit den
Sommerhandschuhe. Das Wetter dauert normalerweise nur einige
Tage aber, bevor es weg geht, und man weisst niemals wann es
nochmals kommt. Ist trotzdem aber schön wenn’s hier ist...
Warum mache ich denn heute keinen Sport? Faulheit? Na ja, nicht
wirklich. Ich bin nicht anders als fleissig hier in
Liechtenstein gewesen, und die Zukunft schaut auch so aus. Ich
sage Ihnen mal meine wöchentliche Stundenplan. Montag ist
Basketball in Österreich, Dienstag ist frei (bisher), Mittwoch
ist Fussball und English Coffee Hour, Donnerstag gibt’s bald
Frisbee (in der Suche einen Sportplatz, wahrscheinlich hab‘ ein
gefunden), und Freitag ist wohl Freitag. Denjenigen Tag gibt’s
manchmal eine Party, manchmal gehen wir ins Kino, manchmal
schauen wir einen Film zu Hause an, manchmal ins Disko, oder
manchmal was auch immer man am Freitag Abend machen möchte. Zur
Arbeit müssen wir Samstag gar nicht... :)
Also, ich müss jetzt den begriff „wir“ erklären. Wir heisst ich
und die andere Praktikanten bei der Hilti. Ich glaube dass ich
schon davon geredet habe, aber trotzdem sage ich mal dass wir
eine echt riesige internationale Gruppe sind. Leute aus
Frankreich, Finnland, Gross Britannien, Kanada, Deutschland,
Österreich, Schweden, Irland, Bulgarien, Spanien, Portugal, und
wahrscheinlich noch anders wo. So eine Gruppe finde ich echt
geil (wenn ich nochmals Umgangssprache verwenden dürfte), und
niemals macht es keinen Spass. Um die Kulturen im Vergleich zu
halten gefällt mir auch sehr viel.
Züruck zum Thema Sport. Hier in Liechtenstein, wo ich wohne,
gibt es keine Strände sondern die Gebirge. Daraus stammen ja
andere Möglichkeiten Sport zu machen, statt jeden Tag schwimmen
zu gehen. Zum Beispiel fahren viele meine Kollege und Kollegein
oft Mountain Bike und sogar etwa 1000 Meter (hoch!) pro Tag. So
weit kann ich bisher nicht jeden Tag, aber Dienstags,
Donnerstags, und am Wochenende fahre ich mindestens 500 Meter
hoch, wenn die Zeit gibt. Hoch zu fahren ist prima Übung, recht
angestrengt, und dadurch bin ich körperlicher Gesunder geworden.
Die Fahrt wieder runter ist auch unglaublich, mega toll. Ich
fahr‘ nämlich so schnell dass meinem Rad nicht schneller fahren
kann. Dieses Wochenende fahre ich auch hoch mit einer Gruppe die
Drei Schwestern, eine Bergkette in Liechtenstein. Dort oben kann
man die Alpen recht gut angucken, eine Tolle Aussichtspunkt!
Also hier höre ich jetzt auf, und mach mal weiter in zwei Wochen.
Schöne Grüsse
Joshua May
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